Любите родину – мать вашу!
Любимое выражение патриотов
Недавно одна знакомая прокурорша в процессе допроса навязала мне тему «патриотизм».Тот допрос закончился, а тема, разумеется, осталась. Как-нибудь поразмышляю над ней отдельно и более подробно, а сейчас лишь коротко.
Английский мыслитель XVIII века Samuel Johnson в своём "Dictionary of the English language"
сформулировал: "Patriotism is the last refuge of a scoundrel." Позже эту фразу повторил
Лев Николаевич Толстой: «Патриотизм – последнее прибежище негодяя», а легендарный
Bob Dylan даже вставил в свою песню «Sweetheart Like You».
Эта хлёсткая формулировка звучит как приговор, но скорее предназначена национализму, чем патриотизму. Так что надо ещё определиться «по понятиям». Кроме того, я далёк от того, чтобы слепо следовать ЛЮБЫМ, пусть даже самым эффектным формулировкам, принадлежащих пусть даже самым безупречным личностям. Впрочем, таких не бывает.
И вот намедни я спонтанно обменялся взглядами с одним швейцарским знакомым В на эту (вечно) актуальную тему, спровоцированную одной знакомой прокуроршей. Сам он весьма оригинальный человек – много ездящий по всему миру (от Таиланда до Южной Америки) редактор и писатель, пацифист. По-русски не говорит, но свой родной немецкий язык чувствует тхысканно-утончённо, насколько я могу судить по прочитанной мною его книге. Обмен мнениями происходил по-немецки, права на публикацию и перепечатку мною, конечно же, получены. Я же не с Прокуроршей дело имел – человек отвечает за свой … э-э … «контент», выражаясь прокурорским языком, да и не боится обратной связи.
Hoi B
Bei der virtuellen Auseinandersetzung mit einer in Schweden lebenden „Kompatriotin“ (was in diesem Falle eine besondere Bedeutung hat) kamen wir zum schwierigen Thema „Patriotismus“. Da ich mich als Kosmopolit positioniert habe, war sie empört. Ihr sei das Russische am wichtigsten im Leben. Daraufhin habe ich ihr die folgende provokative Frage gestellt (und als solche auch betont deklariert):
Welche Entscheidung würde sie treffen, stünde sie vor der Wahl, entweder 2 russische oder 3 schwedische Kinder aus einer Notsituation zu retten (nicht die eigenen Kinder, natürlich).
Sie war über diese Fragestellung empört. Es sei „unerlaubt“, insbesondere wenn es um Kinder geht. Alle meine Erklärungen, Kinder seien in diesem Beispiel lediglich das Symbol einer ungeschützten Person, die sich selber nicht retten kann, haben nichts gebracht.
Es würde mich interessieren, was Du dazu meinst und zwar:
1. Persönlich
2. Als Durchschnittsschweizer (obwohl Du es ja offensichtlich nicht bist)
Sergej
Hallo Sergej
Der Vergleich ist grob. Das ertragen nicht alle. Ich finde auch, man sollte mit Leben und Tod nicht rechnen. Das ist eine philosophische Frage, die essenzielle Fragen berührt, von der Sterbehilfe bis zur Frage, wie viel ein Menschenleben wert ist.
Wenn sie sagt, das Wichtigste sei das Russische, dann meint sie wohl nicht Kinder. «Das Russische» sind nicht die Russen, oder? Sie meint, so verstehe ich sie, eher die russische Art, Kultur etc. In diesem Sinn wäre die Antwort auf eine Frage wie «Wenn du ein Bild eines russischen Malers oder einen Mirò oder einen Cézanne aus einer brennenden Galerie retten könntest, was würdest du tun?»
Das ist meine persönliche Meinung. Ich weiss, dass der Durchschnittsschweizer weniger Probleme hätte. Im Militär stellten sie den Leuten, die keinen Militärdienst machen wollten, zum Beispiel in den siebziger Jahren die Frage, was sie tun würden, wenn die Russen einmarschieren würden und meine Frau vergewaltigen und ich hätte ein Gewehr. Ob ich dann wirklich nicht schiessen würde. Ich sagte, klar würde ich schiessen, mir geht es nur darum, dass ich selber entscheiden kann, wann ich Gewalt an wende und wann nicht. Darauf kam ich für sieben Monate ins Gefängnis, weil ich das Gewaltmonopol des Staates und der Armee nicht akzeptieren würde ...
Du siehst, beim Militär sind sie weniger zimperlich ...
B.
Hallo B
Danke für Deine ausführliche Antwort. Zugegeben, „Mirò oder Cézanne“ (in diesem Falle z.B. Repin oder Cézanne) wäre angebrachter.
Die Diskussionen zwischen Russen in Internet unterscheiden sich von den „westlichen Analogien“ dadurch, dass Russen am wenigsten an „political correctness“ denken. Im Gegenteil, scharfe (provokative) Formulierungen und sogar gewisse Frechheit sind gefragt - bei manchen vielleicht als Kompensation, da dies im „realen Leben“ viel zu wenig zum Gebrauch kommt.
Ich habe die Situation ganz absichtlich zugespitzt und die übermässig patriotische Dame, die ja selber kein Schäfchen ist, das sich vor ungewöhnlichem Vergleiche scheuen würde, davor gewarnt. Weiter schrieb sie, dass sie das Verschwinden Schwedens (als Nation) von der Weltkarte gar nicht kümmern würde. Im Unterschied zu Russland natürlich - dies wäre für sie eine Katastrophe. Also, Cézanne ist doch zu wenig „gepokert“, oder
Übrigens, mein grosser Respekt zu Deiner damaligen Haltung bzgl. Militärpflicht. Du bist bereits der zweite Schweizer, der dies gewagt hat.
Sergej
Also das mit den Schweden, das finde ich mindestens so grob wie den Vergleich mit den Kindern.
(Das wären nicht nur drei, sondern alle.) Du siehst, ich habe die Tendenz, die Sprache beim Wort zu nehmen, das ist halt mein Beruf.
B.
Hallo B
Wenn wir schon die Sprache beim Wort zu nehmen, muss ich bemerken, dass unter dem Verschwinden der Nation nicht etwa das Massaker am gesamten Volk (schwedischem oder russischem) gemeint war, sondern die Schmelzung mit anderen Völkern (z.B. Norwegern bzw. Chinesen). Also nicht die physische Vernichtung von Leuten, sondern die Verwässerung der kulturellen Werte.
Möchtest Du jetzt Deine Meinung korrigieren?
Sergej
Auf jeden Fall. Aber ich nehme sie nur zurück und werde nun nicht anfangen, vom Wert oder Unwert der Nationen zu schreiben. Das Thema ist mir zu gross (ausser vielleicht mal in den Ferien ;-).
B.
1 комментарий:
Hallo.
Ich mochte mit Ihrer Website bugors.blogspot.com Links tauschen
Отправить комментарий